Wie kommt es zum Auftreten akuter Magenprobleme?

Beim Pferd wird Magensäure – anders als bei uns oder unserem Hund – im Drüsenteil des Pferdemagens rund um die Uhr gebildet.

Durch die Aufnahme rohfaserreicher Nahrung, die extrem gut und lange gekaut werden muss, wird durch den Kauvorgang viel Speichel freigesetzt, der wiederum sehr viel Bikarbonat enthält, der die Magensäure puffert.

Kommt es allerdings zu Fresspausen von mehr als vier Stunden, wird auch kein Speichel gebildet und die stets vorhandene Säure nicht gepuffert. Zuviel gebildete Säure löst die schützende Schleimhautschicht des Magens auf, die Säure verätzt das Gewebe und es entsteht ein mehr oder weniger tiefes Loch.

Zusätzlich hat Stress jedweder Art einschneidende Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Die Kombination der Stressreaktionen in Form von verminderter Durchblutung des gesamten Magens, insbesondere der empfindlichen Schleimhäute, so wie der Drosselung der Wandaktivität des Magens ist durch die oben beschriebenen Folgen fatal.

Bei kontinuierlicher Arbeit in forcierter Gangart wird die Verdauungstätigkeit gedrosselt und die Blutzufuhr zu den Verdauungsorganen abgesenkt. Der Magen wird in der Bewegung zusammengeschoben, sodass Magensaft aus dem tiefer gelegenen Drüsenteil nach oben in den drüsenlosen Teil des Pferdemagens gelangt, dort auf eine schutzlose Schleimhaut trifft und Schaden anrichtet.

Bei Zahnerkrankungen kann es zu Kaubeschwerden und damit zur ungenügenden Bereitstellung von Speichel kommen.

Zu heißes oder stark verholztes Futter kann die Magenschleimhaut reizen.

Sehr schnell entstehen Magengeschwüre durch die chemische Belastung in Form von Kunstdünger, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln und fehlgegorener Silage. Auch die übermäßige oder langfristige Gabe von Schmerzmitteln und speziellen Nahrungsergänzungsmitteln.

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